1. Juni 2015

Blogger denken nach: Nachhaltig reisen - Nur wie und wohin?

Seht ihr das da draußen? Das viele Grün und die vielen Sonnenstrahlen dazwischen? Es ist nicht mehr zu leugnen: Die Sommerzeit steht praktisch vor der Tür, wenn sie nicht schon längst da ist. Und mit ihr die Urlaubszeit – und Zeit, sich bei #BloggerDenkenNach mal ein paar Gedanken über das Reisen zu machen.



Reisen ist schön. Erinnerungen, Erzählungen von Freunden und eine riesige Vielfalt von Reiseblogs machen es schwierig, nicht regelmäßig in Fernweh zu versinken und sich schließlich selber auf die Socken zu machen.

Ob nun aber Ecuador oder Erzgebirge, eines bringt das Reisen eigentlich immer mit sich: Umweltverschmutzung und häufig auch Ausbeutung.

Fahrradfahren und bei Pannen, Müdigkeit und fiesen Strecken Zug - eine der umweltfreundlicheren Arten zu reisen.
Bild: bikelovin






Da wäre zunächst der Ortswechsel, der im engeren Sinne nur unmotorisiert etwas mit Umweltfreundlichkeit am Hut hat – im weiteren Sinne könnte man wohl auch öffentlichen Verkehr als umweltfreundliches Reisen ansehen. So oder so: Vor allem durch Fernreisen wächst unser ökologischer Fußabdruck enorm.

Und die Ausbeutung? Ist selbstverständlich kein Muss, aber außerordentlich gute Arbeitsbedingungen sind weder Aushängeschild der Tourismusindustrie, noch der Gastronomie.

Unser Verhalten auf Reisen bestimmt ebenso, wie sehr unser Urlaub Umwelt, Tiere und Menschen positiv oder negativ beeinflusst. Retten wir nebenher Seevögel oder lassen wir uns den Cocktail an den Pool bringen? Gehen wir auf Motorrad- oder Paddeltour?

Paddelboot, Speedboat, Longtailboat? Ein ganzer Strand voller Transportmöglichkeiten - Railey Beach, Thailand





Jetzt seid ihr gefragt: Spielen Nachhaltigkeit, Fairness und Umweltschutz für euch eine große Rolle, wenn ihr Urlaub macht – oder eher nicht? Habt ihr besondere Tricks und Kniffe, wie ihr euch im Urlaub verhaltet, damit eure Anwesenheit als Tourist keinen negativen Fußabdruck hinterlässt? Wie verhaltet ihr euch den Menschen – und besonders denen, von denen ihr im Urlaub Dienstleistungen entgegen nehmt – gegenüber?

Macht euch Gedanken und fasst sie auf eurem Blog zusammen. Angenommen werden alle neuen Texte und Fotosammlungen, die sich in irgendeiner Form mit Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und Fairness auf Reisen beschäftigen. Im Anschluss an diesen Text ist die dabei entstehende Linksammlung zu finden, ganz unten gibt’s das Linktool, in das ihr eure eigenen Blogposts eintragen könnt.

Einen Text möchte ich euch vorab schon ans Herz legen.
begründet sehr gut, welche Fehler man in Reiseberichten (unabsichtlich) begehen kann und gibt Hinweise, wie man sie vermeiden kann.

Eine Übersicht aller #BloggerDenkenNach-Themen findet ihr hier.


27. Mai 2015

Brat das Zeug an! Ein Tofu-Rezept. #BloggerDenkenNach

Zugegeben: Bis vor einigen Jahren gehörte ich auch zu "denen" von wegen "Ohne Fleisch? Was soll ich denn stattdessen essen?", die dann aus lauter Einfallslosigkeit doch zum Fleisch griffen. Ersatzprodukte hatte ich zwar mal probiert, aber der leckere Tofu auf den gebratenen Glasnudeln damals an diesem einen Marktstand in Wellington und der großartige Seitanburger mit den Balsamico-Zwiebeln im Leipziger Deli waren für mich immer unerreichbare mysteriöse Zaubermahlzeiten, die nicht in die Realität meiner eigenen Küche passten.

Tja, bis ich dann einfach mal ein bisschen rumprobiert habe - und schließlich gelernt, wie man ein paar Lebensmittel auch zuhause so problemlos wie megalecker zubereiten kann.

"Tofu? Jaa, hab ich mal versucht, wurde aber total blöd und labberig" - ich habe keine Ahnung, wie oft ich diesen Satz in der Realität gehört und online gelesen habe. Und meine Antwort ist immer wieder die selbe:

Brat das Zeug an, aber so richtig!


Ich esse am liebsten Räuchertofu. Ein zarter, heller Tofu in der Suppe ist zwar auch nicht zu verachten, aber besonders in Gerichten, in denen Tofu tatsächlich statt Fleisch und nicht nur als nette Beilage verwendet wird, ist Räuchertofu durch seine feste Konsistenz und den, nun ja, räucherigen Geschmack ideal.

Für das schnellste - und knusprigste - Ergebnis wird der Tofu in dünne Streifen geschnitten. Je feiner, desto schneller müsst ihr beim Braten sein und desto knuspriger wird er.

Während der Tofu geschnitten wird, kann schon Öl in der Pfanne erhitzt werden. Im Hause Pony gibt's standardmäßig Oliven-, für asiatische Gerichte Sesamöl. Wenn es heiß ist, werden die Tofustreifen vorsichtig einzeln in die Pfanne gelegt.

Nächster Schritt: Über intensive Brutzelgeräusche freuen!


Wenn die ganz dünnen Streifen anfangen, knusprig zu werden oder du den Eindruck hast, dass es an der Zeit ist, können alle Stücken vorsichtig gewendet werden.

Nächster Schritt: Über Megalecker-Optik freuen!


Der Tofu, der für die Fotos hier gebrutzelt wurde, wurde tatsächlich nur einmal gewendet. Normalerweise drehe ich die Streifen dreimal um, so hat's aber auch wunderbar geklappt - alles eine Frage der Action, die du beim Braten haben möchtest.

Ganz kurz bevor der Tofu komplett fertig ist, kommen noch Gewürze und Saucen deiner Wahl hinzu. Bei mir gibt's meistens Sojasauce, Austernsauce und Fischsauce. Honig ist auch noch ein unglaublich toller Tipp, aber da musst du extra schnell sein, damit der Tofu nicht im letzten Moment noch anbrennt.


Tja. Und jetzt hast du praktisch Tofu-Bacon. Facon sozusagen, und er schmeckt zu so ziemlich allem gut. Dem Tofu in diesem Post wurden noch Champignons, Avocado und schwarzer Sesam hinzugefügt. Beim gemeinsamen Anbraten muss man allerdings etwas wählerisch sein, denn zusammen mit Gemüse verliert der gute Facon schnell seine Knusprigkeit. Wenn du dir unsicher bist, brate den Tofu lieber separat an und schmeiß am Ende alles zusammen.

Was hier so lecker auf dem Teller liegt, wurde am Ende übrigens noch zusammen mit Feldsalat und Chilisauce in Wraps gerollt - SO. UNGLAUBLICH. LECKER.


Man sieht es von Anfang an und an dem schönen Glänzen des Essens wohl noch mehr: Das ist alles ganz schön fettig. Und salzig. Und insgesamt nur so lala gesund.

Aber, und das gilt meiner Meinung nach für alles, was Fleischersatz ist: Das ist auch völlig in Ordnung. Der Tofu ersetzt ja keine Möhre, sondern in diesem Falle Schinken, in anderen mal Hähnchengeschnetzeltes oder Schweineschnitzel. Und auch wenn Tofu in einer Mahlzeit gar nicht als Fleischersatz gemeint ist, ist er immer noch eins: Eine Beilage, nichts, woran man sich vollkommen satt isst.

Die Streifenform und der Baconverschnitt sind selbstverständlich gar kein Muss. Du kannst dickere Streifen schneiden, Würfel, Quader, was immer dir einfällt. Und es gibt noch zig andere Arten, Tofu zuzubereiten - das "Brat an brat an brat an!" ist aber eben die einfachste und verlässlichste Lösung, megaleckeren Tofu zu kreieren.

Das Rezept ist Teil von Blogger Denken Nach: Von Aal bis Zebra - Wen esse ich, wen nicht? und zum Tofufuttern empfehle ich in jedem Falle, die dort verlinkten Beiträge zum Thema durchzulesen!

Eine Übersicht über alle Monatsthemen gibt's hier. Jeden Monat wird ein neues Thema ausgewählt, an dem sich jeder beteiligen kann. ♥

Maren

25. Mai 2015

Einen Tag lang Leute gucken [WGT 2015]

Seit 24 Jahren findet über Pfingsten das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig statt. Jedes Jahr ist es wieder großartig, zu sehen, wie die ganze Stadt völlig abdreht - Straßenbahnen voller Reifrockladys, Patchouli-Wolken in den Parks und überall gespannte, begeisterte Leute. Bis hin zur Leipziger Omi, die sich am Bahnhof über das alles andere als bunte Treiben freut.

Und jedes Jahr wieder ein entspannter Tag im Park mit lieben Leuten, Picknickdecke, Weißwein und dieses Jahr auch mit Kamera. Eine Freundin war nur hundert Meter weiter unterwegs und hat völlig andere Leute fotografiert als ich - naja, und saß dabei anscheinend auch nicht weinbedüselt auf der Erde rum. Ihre Fotos gibt's hier.









14. Mai 2015

TBT: Chiang Mai (Lomo-Fotos! Yeah!)

Die Vorbereitungen für THE MARKET am Sonntag laufen gerade auf Hochtouren. Auch wenn mein Marktstand relativ klein ist und ich schon seit Monaten von dem Event weiß, ist alles wie immer: In den letzten paar Tagen davor bin ich völlig am Rotieren, stanze und beschrifte Preiskärtchen, fertige an einem Tag nochmal eben zwanzig Ketten, muss nochmal zu Ikea und überlege hin und her, wie der Stand denn nun aufgebaut sein soll.

Ich hoffe, ihr verzeiht es mir daher, dass es heute nicht viel Text-Inhalt gibt. Auf die letzten Monate zurück geblickt, habe ich euch dafür schon ewig keine analogen Fotos mehr gezeigt - also her damit!

Übrigens: Bei Heldenwetter ist vor Kurzem ein interessanter Blogpost über analoge Fotografie erschienen, in dem ich als "Experte" auch zu Wort kommen durfte.

Und hier? Hier geht's jetzt auf eine kleine Reise in meine ultimative Lieblingsstadt: Chiang Mai. Die Fotos wurden mit der La Sardina DIY und einem stinknormalen Film (ISO 200) aus der Drogerie geschossen. Um dann im Scanner des Todes zu landen.

Man muss sich nicht mal großartig Mühe geben - in Chiang Mai findet man jeden Abend einen "night market" - so richtig nachts finden sie zwar alle nicht statt, aber perfekt zur Abendessenszeit. Neben großartigem Essen sind spannende Eindrücke und Bilder zu erhaschen.

 Schöner Tempel, schöner Moment - und eine total kitschige Doppelbelichtung.



In Chiang Mai gibt es neben einer Vielzahl intakter Tempel enorm viele Tempelruinen. Seit ich 2010 das erste Mal in Chiang Mai war folgten noch drei weitere Male und auch den Liebsten hat's schon zum zweiten Mal dorthin verschlagen - kein Grund, nicht noch einmal alle Ruinen und Tempel der Altstadt zu besichtigen. Wer regelmäßig in den Genuss kommt, meine Urlaubsfotos anzusehen, kennt's mittlerweile vermutlich schon in- und auswendig. Mit der analogen Kamera im Gepäck war's dann aber auch zum vierten Mal toll, alles anzusehen und vor allem zu fotografieren.





 


Zum Abschied gab es Abendsonne am Bahnhof - dann ging's per Nachtzug weiter nach Ayutthaya. Auf der Fahrt schmiedeten wir wildeste Pläne, wie man denn am besten nach Chiang Mai auswandern könnte. So richtig kamen wir nicht auf eine Lösung, aber klar ist, dass wir nochmal hinfahren werden. Und dann nochmal. Und dann sicher nochmal. Ich könnte nicht mal sagen, was an Chiang Mai nun speziell schön ist - vermutlich einfach nur das wohlige Gefühl, durch die Straßen der Altstadt zu schlendern, einfach nur dort zu sein und an allen Plätzen unheimlich viele spannende und freundliche Eindrücke sammeln zu können.

- Maren

10. Mai 2015

Passiv-Pescetarier (Teilzeit) #BloggerDenkenNach

Von Aal bis Zebra - Wen esse ich, wen nicht?

Ist das 'Blogger Denken Nach'-Thema im Mai und eine Frage, die wohl so ziemlich jede Person, die vor die Wahl gestellt ist, wie sie ihre Ernährungsweise gestaltet, schon mal in irgendeiner Form überdacht und entschieden hat.

Haps!

Ich jedenfalls habe sie mir schon öfter gestellt - aber von ganz vorn:

Das Hauptproblem: Alles eklig.
Irgendwann erwähnte ich es hier schon mal: Ich gehöre zu den mäkeligsten Menschen, die ich kenne. Als Kind war das noch tausendmal fieser als heute, denn es hat fast bis zu meiner Einschulung gedauert, bis Käse und Wurst es überhaupt auf meinen Speiseplan geschafft haben. Pommes und Nudeln - aber letztere bitte nur mit Gulaschsauce, die Oma gekocht hat, oder Kindergartentomatensauce - waren wohl meine Hauptnahrungsmittel bis dahin. Das hat sich glücklicherweise deutlich gebessert und ich mag mittlerweile viele verschiedene Dinge wirklich ausgesprochen gerne. Nur mit zweien stehe ich noch immer ganz schön doll auf Kriegsfuß.



Uncool: Obst und Gemüse sind einfach nicht mein Ding.
(Zur Obst- und Gemüseunterscheidung: Ich trenn das jetzt einfach mal in süße und nicht süße Früchte und eier nicht noch ewig rum. :))
Es gibt ein paar Obstsorten, die sind okay. Äpfel, Weintrauben, Beeren, Melone, Mango ...ja, kann man mal machen. Dass ich mich auf etwas wirklich freue, kommt allerdings sehr selten vor. Nach über 25 Jahren als Mäkelkinddasein hat es sich aber ergeben, dass Dinge, die nur unter "essbar" laufen, nicht "voll lecker", es enorm selten auf meinen Speiseplan schaffen.
Bei Gemüse sieht es ähnlich aus, aber immerhin ein bisschen besser: Salat, Avocado, Pilze, Spinat und Oliven gehen klar und kommen darum auch ziemlich häufig auf den Tisch.


Ja ...und welche Entscheidungen ergeben sich daraus?
Ganz konkret und jahrelang: Gar keine. Da mein Speiseplan traditionell unglaublich begrenzt ist, habe ich schlichtweg nie die Möglichkeit gesehen, überhaupt irgendetwas zu streichen. Vor allem in Restaurants oder bei Familienfeiern stehe ich eh schon doof da und möchte einem "Äh ...könnte ich das bitte ohne Tomate haben?" nicht noch ein "Ach, und ohne Fleisch." hinzufügen und letzten Endes trockene Nudeln essen - schon blöd, aus dem Pommes-mit-Ketchup-Alter raus zu sein, bevor man bereit dafür ist.

Tja, und dann war ich plötzlich mit einem Vegetarier zusammen. Anfänglich haben wir uns zwar etwas doof angeschaut - eine isst kein Gemüse, einer kein Fleisch - und uns gefragt, was wir bloß zusammen kochen sollen, aber alles hat sich superschnell eingepegelt und wir kochen auch heute noch die leckersten Dinge ...und essen sie beide zusammen. ♥ Im Alltag habe ich vorher schon nur noch sehr wenig Fleisch und Wurst gegessen und dann beides bald komplett aus dem Kühlschrank verbannt - auch wenn es ihn nicht stören würde.

Die Bezeichnung "Passiv-Vegetarier" finde ich ganz passend, weil ich das vegetarische Essen einfach so mitnehme. Ich habe nie die Entscheidung getroffen, zumindest teilweise vegetarisch zu leben, es hat sich so ergeben - und ich bin sehr glücklich darüber. Während ich früher aus purer Einfallslosigkeit Wurst gegessen oder mir ein Stück Hähnchenbrust angebraten habe, gibt's jetzt eben Gerichte ohne Fleisch, dafür aber meistens mit deutlich mehr Zutaten.

Und "Teilzeit"? In Restaurants und auf Familienfeiern esse ich trotzdem von Zeit zu Zeit Fleisch. Entweder, weil ich sonst eben tatsächlich mit trockenen Nudeln auf dem Teller enden würde, oder weil ich weiß, dass meinem Fleischkonsum weder Massentierhaltung noch industrielle Schlachtung voran gegangen sind.



Bei Fleisch hört's ohnehin auch auf.
Wie vermutlich schon anklang: Wir gehen das Thema beide sehr locker, dabei aber einigermaßen vernünftig an. Fisch, Käse, Milch und Eier kommen bei uns genauso auf den Tisch wie Lederschuhe an die Füße - nur halt in Maßen und, wenn möglich, aus einsehbarer und für gut befundener Produktion.

Meinetwegen leiden und sterben also Tiere.
...dessen bin ich mir bewusst und dieses Bewusstsein stärkt wiederum bewussten Konsum. Nicht immer, aber wenn Finanzen und Erreichbarkeit es zulassen, gibt es darum umso lieber Produkte aus dem Bioladen, von kleineren Bauernhöfen und aus kleineren Betrieben. Bei Produkten aus Supermärkten ist die Einsehbarkeit leider deutlich weniger gegeben - für das Problem, nicht irgendein beliebiges Stück Käse kaufen, aber eben auch keine 10 € dafür ausgeben zu müssen, habe ich zugegebenermaßen noch keine Lösung gefunden. Sprich, bei vielen Produkten ist der Wunsch da, tierfreundlicher zu leben, doch die Umsetzung scheitert. Das "ich konsumiere alles in Maßen und nehme es bewusst wahr" ist zwar ganz nett gedacht, im Endeffekt aber wohl auch eher ein Tropfen auf den heißen Stein.

Ich denke aber nicht, dass bei Tieren zu Ende gedacht ist.
...sondern dass Menschen und allgemein die Umwelt - also Pflanzen, Böden, Wasser und Luft - ebenso in den Entscheidungsprozess mit einbezogen werden müssen. Als konkretes Beispiel für diesen Gedanken fiele mir ein, dass ich lieber eine zeitlose Lederjacke für - wenn alles gut geht - diverse Jahrzehnte trage, als dass ich mir alle paar Jahre oder sogar jährlich ein neues Teil aus Baumwolle besorge, weil es nicht mehr modisch oder eben kaputt ist. Oder dass eine vegan lebende Person, die ständig Lebensmittel aus Soja und mit Palmöl isst, eventuell auch noch nicht ganz zu Ende gedacht hat (Soja und Palmöl seien hier mal beispielhaft für großindustriellen Anbau, häufig in Monokulturen und in starker Verbindung zu Tier- und Pflanzensterben sowie Bodenerosion genannt.). Oder die Frage, ob es besser ist, ein Gemüse zu essen, das einen langen Transportweg bis auf den Teller benötigt, oder eben ein Stück Käse aus regionaler Produktion.

Also ...?
...bleibe ich vorerst beim Wischiwaschi, das sich in der Umsetzung gut macht und in die Kategorie "Besser als gedankenloser Konsum" fällt: Fleisch nur in Ausnahmesituationen. Fisch und weitere tierische Produkte gehören fest dazu, werden aber bei bestmöglichen Quellen erstanden. Ich freue mich immer sehr über veganes Essen, aber es ist bei weitem kein Muss.

Kochen und Essen sind nicht nur bloße Notwendigkeit, sondern mit Spaß und Genuss verbunden und darum gibt's nur appetitanregende Lebensmittel - eine Eigenschaft, die Großpackungen, Käseaufschnitt, Billigwurst und Fisch aus unklaren Fangregionen für mich ohnehin nicht haben.

Und ihr so?
Wie verbindet ihr Genuss, Gewohnheit, Geld und Gewissen, die beim Thema Essen mit von der Partie sind? Gibt es Lebensmittel, auf die ihr nie verzichten würdet? Oder solche, bei denen es euch überraschend einfach fällt, sie vom Speieseplan zu streichen?

Diskutiert gerne in den Kommentaren - oder macht direkt bei 'Blogger Denken Nach' mit und schreibt und verlinkt euren eigenen Blogpost zum Thema.

- Maren

6. Mai 2015

Monatsrückblick #4 - April 2015

Puh, etwas spät, aber knapp passt's ja noch! Der April war lange nicht so hart wie der März - dank viel mehr Sonne und ziemlich vielen Ausflügen.

Leipziger Fundstück

Der April war bestimmt von ...
...Wegfahren und besucht werden. Der Liebste und ich waren jedes Wochenende entweder unterwegs oder wurden zuhause besucht.

Schön Vögelchen nerven im Vogelpark Marlow. Bild: small dots on blue



In der Woche gab's dann etwas Ruhe, die ersten Parkbesuche, und, tja, immer noch Demonstrationen. Ich trau mich gar nicht, genau nachzuzählen, an wie vielen Montagabendenen ich dieses Jahr nicht mit einem Schildchen in der Hand schreiend irgendwo in der Leipziger Innenstadt rumstand, um - glücklicherweise zusammen mit hunderten von lieben und vernünftigen Menschen - gegen die Legida-Kundgebungen zu protestieren. Nach dem zwölften Spaziergang der braunen Truppe ist jetzt zwar erstmal Schluss, aber das generelle Problem - Rassismus - liegt irgendwie immer noch wie eine graue, eklige Wolke über der Stadt.

Sowohl Demos als auch Alltag wurden allerdings deutlich netter dadurch, dass es endlich grün und sonnig wird und ich wie jedes Jahr merke, wie sehr das doch den Winter über gefehlt hat.

Das Tollste im April war ...
Sonnenschein! Endlich! Sogar mich Stubenhocker hat's schon ein paar mal nach draußen gelockt und sämtliche Besuche und Ausflüge waren natürlich nochmal doppelt so schön - mit Strandspaziergängen, Bierchen unter freiem Himmel und Kaffee im Garten.

Leipziger Fundstück. So eine schöne Sammlung! Werden Auto-Exporte in anderen Städten eigentlich auch so unglaublich viel mit Bildern süßer Tierbabys beworben?


Meine schönsten Entdeckungen im März waren...

Bei Heldenwetter (der Blog ist schon ein Standardtipp :))
Ein nicht nur wichtiger, sondern obendrein auch noch enorm guter Text darüber, wie Reiseberichte ohne (versehentliche) rassistische und abwertende Äußerungen aussehen.

Bei Green Bird
Selbstgenähte Abschminkpads. Bei Handmade Kultur wurden sie ganz schön diskutiert, ich mag sie sehr. Jetzt muss ich sie nur noch nähen...

Und schließlich noch dieses putzige Video, das hilft, wenn man vergisst, dass die *Gida-Bewegungen zwar kreuzgefährlich und schlimm sind, dazu aber auch noch gewaltig lächerlich.



Dieser Blog ist im April...
...weder lahm gelegt worden, noch aufgeblüht. Wie jeden Monat: Da geht noch was, ich muss mir nur mal ordentlich selber in den Hintern treten.

Bei Blogger denken nach ging's im April um kurzlebige Produkte und es kamen wie im Monat davor ziemlich spannende Ideen zusammen - wie beispielsweise die selbstgenähten Abschminkpads. Hier geht's zum Überblick über das Thema und alle Posts.

Nächsten Monat habe ich vor...
...aah! Der hat ja schon angefangen! Und blogtechnisch sogar recht wild. Blogger denken nach geht auch im Mai weiter - und es geht um Essen. Bei Innocent Glow gab's einen Blick über den Tellerrand, an dem ich mich beteiligte - hier geht's lang, wenn ihr erfahren wollt, was Onigiri sind und wie ihr sie ganz einfach zubereiten könnt.

Ansonsten wird weiter die Sonne genossen, Leipzig erkundet und vielleicht mal ein schönes Open Air entdeckt. Ach - und die Marktsaison gestartet: Wer kann, komme am 17. Mai ins Täubchenthal nach Leipzig - da findet The Market statt. Neben haufenweise spannenden Ausstellern und schönen Dingen gibt's Street Food und damit nicht nur die Möglichkeit, meine Schmuckstücke anzusehen und zu erstehen, sondern höchstwahrscheinlich auch, mir den lieben langen Tag beim Essen zuzusehen.

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So, und jetzt geht's endlich ab in den Park. Wie war euer April? Was habt ihr im Mai geplant? Schreibt es in die Kommentarzeilen und hinterlasst gerne Links zu eigenen Monatsrückblicken.

- Maren

1. Mai 2015

Blogger denken nach: Von Aal bis Zebra - Wen esse ich, wen nicht?

Es ist soweit, der Mai ist da - und mit ihm wohl auch das Thema, das alle von vornherein am meisten interessiert hat und auf das auch ich zugegebenermaßen am gespanntesten bin: ESSEN!


Von Aal bis Zebra - Wen esse ich, wen nicht?

Zugegeben: Der Titel der dritten Runde von Blogger Denken Nach wurde hauptsächlich deshalb gewählt, weil's so nett alphabetisch geordnet ist und anhand von zwei Tieren beschreibt, worum es im Großen und Ganzen geht: Darüber nachzudenken, was wir essen, was wir essen möchten und wie all diese Lebensmittel überhaupt in unsere Mägen gelangen.

Wie schon im März und April soll es auch im Mai um Nachhaltigkeit gehen, um faire Produktion und fairen Handel, um Umweltschutz und um all das, was verschiedenste Blogger darüber denken - aber eben nicht um Belehrungen, Streit, Schuld und erhobene Zeigefinger.

Dass genau das beim Thema Essen besonders schwierig ist, ist vermutlich jedem schon im Alltag aufgefallen. "Weißt du eigentlich, dass für dein Schnitzel Tiere sterben mussten?" - "Wie kannst du nur überleben ohne Chicken Wings und Burger?" - um nur mal zwei noch harmlose Fragen einzustreuen. Bei Essen werden wir oft eigen, finden das, was andere essen, total eklig, fühlen uns schuldig, weil wir denken, zu viel oder das falsche gegessen zu haben, würden alles dafür tun, um nochmal das Lieblingsgericht unserer Kindheit essen zu können. Kurz: Essen ist ein sehr persönliches, zum Teil emotional aufgeladenes Thema, das dabei ständig in sozialem und gesellschaftlichem Kontext steht.

Auch wenn es schwierig ist, in größerem Kreis und dann auch noch mit einer Prise Moral - Nachhaltigkeit, Fairness und Umweltschutz sollen im Mittelpunkt stehen - über das Essen zu sprechen und zu schreiben, soll hier ein Versuch gestartet werden.

Wie das bei Blogger Denken Nach funktioniert?
Ganz einfach: Mit einem oder mehreren Posts können sich alle Blogger daran beteiligen, die Lust haben, etwas zum Thema zu schreiben. Am Ende dieses Textes befindet sich zuerst die geordnete Linksammlung, dahinter ein Tool, in das ihr eure Links eintragen könnt. Ihr verpflichtet euch damit nicht zur langfristigen Teilnahme, sondern könnt ganz unverbindlich Texte teilen, die Texte anderer Blogger lesen und untereinander kommentieren. Wichtig ist, dass eure Texte neu sind, denn es geht nicht nur darum, sie miteinander zu teilen, sondern eben auch, sich noch einmal aktuell Gedanken zum Thema zu machen.

Über was genau soll geschrieben werden?
Das ist zu einem ganz großen Teil euch überlassen. Hauptsache ist, dass eure Texte, Ideen und Gedanken mit Essen und Lebensmitteln zu tun haben und dabei die Schwerpunkte "nachhaltig, fair und ökologisch" berücksichtigt werden. Ihr könnt ganz allgemein eure Ernährungsweise beschreiben und überlegen, ob ihr damit zufrieden seid und was ihr gerne ändern oder eben auf keinen Fall ändern würdet. Ihr könnt mal versuchen, ob diese oder jene Mahlzeit auch ohne Fleisch oder Fisch funktioniert. Ihr könnt mal einen Wochenendeinkauf auf dem Markt starten und versuchen, nur regionale Lebensmittel zu erstehen. Ihr könnt recherchieren, wie ein bestimmtes Lebensmittel überhaupt produziert wird, oder, oder, oder.

Es gibt lediglich zwei Grenzen
Rezepte, die einfach nur Rezepte sind und keinen Anstoß zu nachhaltigem, ökologischem und fairem Konsum geben (weil sie beispielsweise hauptsächlich aus Fleisch bestehen), werden leider nicht mit aufgenommen. Außerdem möchte ich euch bitten, das Thema Tierleid nicht allzu plakativ anzugehen. Den allermeisten Menschen ist bewusst, dass für Fleisch Tiere sterben und dass auch für Milch und Käse Tiere leiden. Dass Schlachten leidvoll ist, ist bekannt, auch ohne, dass man Bilder davon sieht. Hier soll Anlass und Motivation gegeben werden, die eigene Ernährung zu überdenken - mit interessanten Berichten, leckeren Rezepten und spannenden Ideen, nicht mit Hilfe von Schuldgefühlen.

Und: Kein Mensch ist aufgrund seiner Ernährungsweise besser oder schlechter als ein anderer.

Einen schönen Text zur Inspiration gibt's bei The Happy Vegan.

Und nun? Losgeschrieben!
Ich bin gespannt auf eure Beiträge. Wer langfristig bei Blogger Denken Nach mitmischen möchte, kann sich außerdem gerne in dieser Facebookgruppe ins Gespräch einklinken.

Linksammlung
Von Aal bis Zebra - Wen esse ich, wen nicht?

Einleitungen, Gedanken & Überlegungen

average pony: Passiv-Pescetarier (Teilzeit) #BloggerDenkenNach
Green Bird: Blogger denken nach: Von Aal bis Zebra
Bild: grünartig
grünartig: Über die Schwierigkeit eine Grenze zu ziehen {#BloggerDenkenNach}
Bild: Freinaht
Freinaht: Blogger denken nach: Von Aal bis Zebra - Wen esse ich, wen nicht?
KuneCoco: 5 Sprüche, die jeder Vegetarier kennt #BloggerDenkenNach
Bild: The Happy Vegan
The Happy Vegan: Blogger denken nach: Warum vegane Ernährung die einzig nachhaltige Alternative ist
Bild: Heldenwetter

Heldenwetter: Vegetarische Lunchbox-Inspirationen
Rezepte
average pony: Brat das Zeug an! Ein Tofu-Rezept. #BloggerDenkenNach